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Alt 11.02.2020, 14:41   #1
nagra'ul
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Standard Gimp 2.10 - Spürbar viele Verschlechterungen

Guten Tag


So sehr es mich freut, dass eine neue Version herausgekommen ist, leider fallen mir persönlich sehr viele negative Punkte auf und das möchte ich nun einfach mal ansprechen. Evtl. geht es anderen ja ähnlich oder es gibt schon Verbesserungsvorschläge.


Zu mir. Ich nutze Gimp seit bald 20 Jahren und gebe seit 10 Jahren auch Unterricht. Diesen habe ich nun eingestellt, unter anderem auch, da ich das Programm so wie es ist nicht mehr wirklich, wie soll ich sagen, weitervermitteln möchte, der Unterricht besteht zu einem großen Teil auf Hinweise zu Ausnahmen und Sonderlösungen.


Zum Beispiel:


Schlagschatten: Es ist ja schön, dass nun die Möglichkeit besteht, mit dem neuen Schlagschatten Effekt auch eine Vorschau zu sehen. Blöd nur, dass der Effekt nicht auf eine neu erstellte Schrift angewendet werden kann, da zwar ein Schlagschatten erstellt wird, dieser aber abgeschnitten wird, da die Ebene nicht automatisch Größer gemacht wird. Auch kann ich die Deckkraft des Schlagschattens nicht mehr nachträglich ändern, genauso wie den Versatz. Vermutlich daher wurde auch der alte Schlagschatten Effekt (Legacy) noch da gelassen.


Alte Effekte: Die Menüs sind unübersichtlich geworden, den neben den neuen Effekten sind nun die alten Effekte auch noch vorhanden, in Englisch. Was ja auch folgerichtig ist, da die neuen Effekte teilweise nicht richtig funktionieren oder noch nicht den vollen Funktionsumfang liefern, welchen die alten Effekte liefern konnten. Für mich hat die neue Version daher eher die den Status eine Beta oder eines RC bisher. Aber alte / veraltete Funktionen in einem Programm zu lassen, da man die neuen noch nicht fertig hat, dass spricht nicht für ein fertiges Produkt.


Doppelte Effekte: Wellen ist nun zweimal vorhanden, mit exakt dem selben Namen aber einer anderen Funktion. Das muss man den Teilnehmern erstmal erklären.


Doppelte Schritte notwendig und weniger anfängerfreundlich:
Farbe zu Transparenz: Das war logisch und für jeden zu verstehen, man selektierte eine Farbe und diese wurde transparent. Gut, in einem Kurs sprechen wir schnell an, was ein Alphakanal ist. Ein Anfänger zuhause bekommt es kaum noch hin. Selbst ich hatte Probleme mit der Funktion, denn warum ich zuerst einen Alphakanal manuell hinzufügen muss bevor ich diesen Effekt aufrufen kann, und warum so etwas nicht automatisch von dem Programm übernommen wird erschließt sich mir nicht wirklich.


Werkzeuge kaum noch zu unterscheiden:
Gimp sollte in der neuen Version etwas aufgeräumter und moderner wirken. Der neue Werkzeugkasten ist jedoch ein Haufen grauer Symbole, so klein und so gleich, dass diese kaum zu unterscheiden sind. Ein erster Schritt bevor wir mit dem Programm arbeiten ist daher immer erst, die Symbole auf "Color" zu stellen und die Symbolgröße zumindest mal auf mittel zu stellen.


Schrift und Symbole von Reitern zu klein:
Auch wenn die Symbole der Werkzeuge nun gut zu erkennen sind, die Köpfe der Reiter sind immer noch kaum zu erkennen unter Windows mit einer standardmäßigen FullHD-Auflösung und leider die Schrift an sich auch nicht größer zu stellen.


Anzeige lässt sich zu schnell verstellen:
Es passiert auch sehr schnell, dass Kleinigkeiten nicht mehr funktionieren, da eine falsche Tastenkombination geklickt wir. Will man etwas Rückgängig machen, und klickt statt auf das Z auf der Tastatur auf das T (also Strg+T) wird der Auswahlrahmen nicht mehr angezeigt. Und das passiert sehr oft. Als Experte hat man das Problem schnell gefunden, jemand zuhause hat es unter Umständen einfach schnell satt und sucht sich Alternativen.


Zusammengefasst:
In der neuen Version empfinde ich Gimp wesentlich unübersichtlicher und weniger anfängerfreundlich. Auch wenn man sich auf die Fahne schreibt, ein Profiprogramm sein zu wollen, wenn man die Leute nicht mehr an der Programm heranführen kann, also wenn die Leute keine Freunde an einem Programm haben, dann werden auf lange Sicht auch Entwickler und Spender wegfallen. Als langjähriger Nutzer habe ich kein großes Problem mit den Änderungen, bei einigem schüttele ich aber den Kopf und nehme es eben so hin. Gimp zu unterrichten ist mir jedoch mit der neuen Version wesentlich schwerer gefallen, als mit der alten Version, damals beschränkten sich die Fehler noch eher auf "Schlagschatten Fenster öffnet sich immer im Hintergrund auf Windows".
nagra'ul ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 11.02.2020, 16:00   #2
ursa major
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Registriert seit: 02.04.2014
Beiträge: 2.804
Standard

Hi nagra'ul!

Also es gibt schon ein paar Sachen, mit denen ich auch nicht so ganz glücklich bin, bzw. an die ich mich erst gewöhnen musste und es zum Teil immernoch muss. Aber dass GIMP jetzt schlechter sei als früher, kann ich definitiv nicht unterschreiben. Zunächst mal war eine Weiterentwicklung dringend nötig, denn das alte GIMP erlaubte z.B. nur 8 Bit Farbtiefe und hinkte auch in anderen Belangen den Entwicklungen hinterher. Klasse finde ich u.a. besonders, dass man die Bildansicht nun frei drehen kann. Und dass sogar handlicher als in Photoshop.

Zum Schlagschatten muss außerdem gesagt werden, dass es den alten Filter im neuen GIMP auch noch gibt (wie Du ja auch anmerkst): "Drop Shadow (legacy)". Und da wird auch nichts abgeschnitten, wenn man nicht will (Edit: wie ich gerade feststelle, wird auch beim neuen Filter nichts abgeschnitten - die Ebene wächst hier grundsätzlich mit dem Schatten - nur das Bild nicht). Standardmäßig ist da nach wie vor eingestellt, dass sich das Bild mit dem Schatten vergrößert. Dass die alten Versionen teils in GIMP belassen wurden, hat sicher seine Gründe. Auf Dauer werden die neuen diese aber wohl ersetzen, wenn die neuen ausreichend angepasst wurden und sich bewähren. Beim Filter "News Print" z.B. komme ich bisher mit dem alten auch noch deutlich besser klar.

Dass da manches jetzt aktuell nur auf Englisch verfügbar ist (was übrigens teils auch beim alten GIMP der Fall war), scheint daran zu liegen, dass teilweise einfach vergessen wurde beim letzten Update diese Punkte zu übersetzen. Zum Teil liegt es aber auch sicher am Personalmangel, der im gesamten Open-Source-Bereich zu grassieren scheint.

Dass man bei "Farbe nach Transparenz" bzw. "Farbe nach Alpha" den Alphakanal nun vorher selbst hinzufügen muss, stört mich auch etwas. Ich vermute, dass dieser Schritt beim Programmieren einfach nur vergessen wurde und noch nachgeholt werden wird. Auch dass man Auswahlen und Farbverläufe nun erstmal bestätigen muss ist gewöhnungsbedürftig, hat aber den Vorteil, dass man diese Auswahlen und Verläufe vor dem Bestätigen noch verändern kann. Es macht die Sache flexibler. Und ich denke, man gewöhnt sich dran.

Was die Symbole anbelangt, hat mich das Anfangs auch sehr irritiert. Ich habe mich aber sehr schnell daran gewöhnt, und mich sogar bewusst entschieden bei den grauen Icons zu bleiben, weil jegliche unnötige Farbe im GUI nunmal den farblichen Eindruck des Bildes, das es zu bearbeiten gilt, beeinträchtigt. Außerdem steht es einem ja frei, andere Icons zu wählen - auch die gewohnten, alten. Welch anderes Programm bietet einem so viele Möglichkeiten das GUI den eigenen Bedürfnissen und Vorstellungen anzupassen? Was die Größe der Schrift auf hochauflösenden Bildschirmen anbelangt, gibt es Anleitungen im Netz, wie man das anpassen kann. Damit habe ich mich allerdings noch nicht weiter befasst.

Dass man sich bei Tastenkombis auch mal vertippen kann, liegt in der Natur der Sache. Das Problem liegt hier, wie in manchen anderen Belangen bei GIMP auch, vor allem darin, dass GIMP ungeheuer viele Möglichkeiten und Komfort anbietet, der es allerdings denjenigen erschwert, die sich nicht allzu sehr damit beschäftigen wollen. Alle anderen wären damit aber wohl kaum glücklich. Vielleicht sollte man für solche Leute ein abgespecktes GIMP anbieten. Im Zweifel könnte man Tastenkombis, die einem lästig sind, aber wohl auch deaktivieren. Dass und wie man Auswahlen und Hilfslinien unsichtbar machen kann, und dass man diesen Sachverhalt immer im Hinterkopf haben sollte, war übrigens in den GIMP-Kursen, die ich früher mal an der VH gegeben habe, immer eine der ersten Sachen, die ich den Teilnehmern eingehämmert habe. Denn dass Anfänger an versteckten Auswahlen verzweifeln, die verhindern, dass man Retuschieren oder sonst irgendwas machen kann, ist ein Klassiker. Auch übrigens unter Photoshop und anderen Bildbearbeitungsprogrammen.

Ich denke, Dein Problem besteht vor allem darin, dass es Veränderungen gibt, Dinge, die früher anders waren, und Du musst Dich nun daran gewöhnen wie sie jetzt sind. Es ist einfach der Fortschritt. Mir ging das früher auch so, als ich mit GIMP anfing. Gelernt hatte ich Photoshop, und da war in der Handhabung einiges anders. Auch bei Photoshop musste ich aber Veränderungen hinnehmen. Als ich es seinerzeit lernte - das war, glaube ich Photoshop 5 oder 6, also noch vor der Creative Suite - waren die Tastenkürzel für Pinselspitze vergrößern und verkleinern noch die Tasten "." und ",". Daher stelle ich mir meine Grafikprogramme, soweit möglich, noch heute so ein, weil ich es 1. so gewohnt bin und 2. es so handlicher finde. Punkt und Komma stehen in GIMP heute standardmäßig für "Füllen mit Vorder-" und "Hintergrundfarbe", wenn ich mich nicht irre. In Photoshop auch, glaube ich. Habe ich länger nicht benutzt. Ein Glück für mich, dass ich das anpassen konnte. In MyPaint ging das z.B. leider nicht.

Ein wirklich lästiges Problem ist, dass so viele der alten Plugins nicht mehr funktionieren. Dadurch fehlen jetzt einige liebgewonnene Funktionen. Gerade vor ein paar Tagen habe ich z.B. festgestellt, dass auch "LayerFX" nicht mehr funzt. Wirklich ärgerlich. Und seit "Seperate" nicht mehr unterstützt wird, hat man in GIMP leider keine CMYK-Konvertierung (was aber auch eher ein Minderheitenthema sein dürfte). Mit G'MIC hat man aber eine grandiose Erweiterung (rund 530 zusätzliche Filter), die ansonsten kaum Wünsche offen lässt und auch ständig angepasst wird.

Also um es nochmal kurz zusammenzufassen: es gibt nunmal von Zeit zu Zeit die Notwendigkeit für Veränderungen, im Sinne des Fortschritts. Da muss man dann manchmal auch dazu lernen und sich umgewöhnen, wenn man nicht ewig auf überholten technischen Standards herumsitzen will. Allen wird man es sowieso nie recht machen können. Es gibt hier übrigens ja auch auch immer wieder Leute, die sich darüber beklagen, dass es keine Ein-Klick-Tools z.B. zum Schärfen und so in GIMP gibt. Natürlich wäre es total dufte, wenn man nur einmal klicken bräuchte und das Bild dann optimal scharf wäre. Aber so funktioniert das nunmal leider bei den allermeisten Bildern nicht. Und die GIMP-Entwickler haben sich deshalb entschieden lieber etwas komplizierter zu sein, dafür aber qualitativ hochwertige Bildbearbeitung und maximale Möglichkeiten zu ermöglichen, als allzu bequemes Herumdilettieren.


Edit: Zum Filter "Wellen": Das finde ich auch verwirrend. Man hätte den einen "Wellen (linear)" und den anderen "Wellen (radial)" nennen sollen. So wie es bei den Farbverläufen auch ist. So ein Problem gab es unter GIMP 2.8 allerdings auch schon mit dem Farbfilter "Einfärben". Es gab zwei Filter dieses Namens im Menü "Farben", die ihre Arbeit nur auf unterschiedliche Weise erledigten.

Geändert von ursa major (11.02.2020 um 16:35 Uhr)
ursa major ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 11.02.2020, 19:46   #3
nagra'ul
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Danke für deinen ausführliche Antwort und Meinung. Du hast recht, schlechter geworden ist es sicher nicht! Es sind eher ein paar Punkte, die aus Sicht der Benutzerfreundlichkeit optimiert werden könnten.



Ja, das mit dem Schlagschatten geht inzwischen schon teilweise.
Und zu dem Punkt mit den farbigen Icons hast du auch recht, das kann bei Bildbearbeitung störend sein. Etwas zu klein finde ich die weiterhin, evtl. ist das Problem aber auch, das der Werkzeugkasten etwas überfüllt ist. Ja, eine abgespeckte Gimp Light Version für Dummies, das wäre perfekt
nagra'ul ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 11.02.2020, 20:46   #4
ursa major
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Du kannst die Werkzeug-Icons aber auch vergrößern. Da gibt es in den Einstellungen unter "Symbol-Thema" ganz unten ein Menü und einen Regler-Balken. Wenn Du in dem Menü auf "Benutzerdefinierte Symbolgröße" schaltest und dann den Regler des Balkens nach rechts verschiebst, kannst Du sie in insgesamt vier Stufen deutlich vergrößern. Ich finde eigentlich, dass das Werkzeugfenster ein bisschen zu platzraubend ist. Photoshop hat ja eine viel schmalere Werkzeugleiste und die Werkzeugeinstellungen unterhalb der Menüleiste und in separaten Dialogen untergebracht. Das nervt mich auch manchmal, weil mir das ein bisschen zu sehr auf dem Bildschirm zerstreut ist. Die absolut perfekte Lösung gibt es da vielleicht nicht. Mit GIMP komme ich aber sehr gut klar, nachdem ich mir die Dilaoge meinen Vorstellungen entsprechend zusammengedockt und mich daran gewöhnt habe.

Ja, für manche wäre so ein abgespecktes GIMP vielleicht reizvoll. Aber so ist es halt auch ein schieres Füllhorn an Möglichkeiten. Ich arbeite nun auch schon seit über fünfzehn Jahren mit GIMP und entdecke immernoch ständig Neues, bin immer wieder fasziniert und habe mächtig Spaß daran (nicht zuletzt auch dank den zusätzlichen Filtern von G'MIC). Es würde mir schwer fallen zu entscheiden, was man da abspecken sollte. Außerdem gibt es für Leute mit moderateren Ansprüchen ja auch noch andere Programme. Zum Beispiel Photo Filtre. Das habe ich mal vor vielen Jahren angetestet, und das konnte wirklich nicht viel. Nur das absolute Minimum. Das hatte z.B. so einen Ein-Klick-Filter zum Schärfen. Mit den erwartbar mäßigen Ergebnissen, versteht sich. Hatte damals noch nichtmal Ebenen. Mittlerweile aber wohl schon. Manche schwören auch auf Paint.net. Mir gefällt das nicht so. Ich bin eigentlich mit GIMP ziemlich zufrieden. Und ich schätze, dass es mit den kommenden Updates auch noch ein bisschen besser werden wird und eventuelle Makel augebügelt werden. Vielleicht auch in Bezug auf Nutzerfreundlichkeit, was natürlich grundsätzlich auch immer wichtig ist, aber nie auf Kosten der Funktionalität und Qualität gehen darf.
ursa major ist offline   Mit Zitat antworten
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