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Alt 14.07.2019, 17:07   #1
lin
Erfahrener Benutzer
 
Registriert seit: 21.08.2010
Beiträge: 133
Standard Wie bearbeitet ihr Texte in einem Bild - in welcher Skalierung & Ansicht

hallo und guten Tag liebe Community


hier eine handwerkliche frage - gestellt an einem Beispiel:

Die Frage ist die: wie am besten Texte in Bild bearbeiten?

in einer maximalen Vergrößerung, oder vor (einer) Vergrößerung:

Habt ihr denn hier einen spezielle Technik - ein spezielles Arbeitsprinzip?!

Hintergrund bzw: Annahme:

Ausgangspunkt: ich will einen Text in eine Grafik einbauen:

was passiert, wenn man Texte in einer (sehr großen oder ggf. maximalen) Vergrößerung implementiert u. dann wieder das Bild "verkleinert" ....

Wird dann hier etwas in den Größenverhältnissen "verschoben" - aus dem Verhältnis u. der Relation gebracht?

Beispiel: Es wird wenn man ein Bild klein bearbeitet dann vergrößert - dann der Text auch ausgefranzt und unscharf wirken. Also führt diese Annahme denn dazu, dass man das Einfügen von Texten immer in der maximalen Größe der Ansicht -(m.a.W. maximale moegliche Vergrößerung) vornimmt.

Gibt es dann hierbei keine Fehler bzw. Skalierungsfehler!?


Freue mich auf einen Tipp bzw. auf Hinweise wie ihr das macht!?

viele Grüße
Lin
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Alt 14.07.2019, 17:52   #2
ursa major
Erfahrener Benutzer
 
Registriert seit: 02.04.2014
Beiträge: 2.668
Standard

Hi lin!

Also beim Skalieren leidet die Qualität von Texten genauso wie die des restlichen Bildes, weil die Texte dabei gerendert und als Pixelebenen bearbeitet werden. Du kannst Texte aber mit der Schriftgröße-Funktion separat vergrößern oder verkleinern, wobei sie nicht gerendert werden und Textebenen bleiben. Zu klein sollte man Schriften aber in Bildbearbeitungsprogrammen grundsätzlich nicht machen. Schon gar nicht wenn sie vor Bilder gesetzt werden. Denn am Ende werden sie ja mit der gleichen Auflösung gerendert wie das restliche Bild und haben dann nicht die optimale Schärfe, die sie z.B. hätten, wenn Du sie in einem Layout-Proramm wie Scribus, Quark XPress oder InDesign vor das Bild setzen würdest. Dort würde man das Ergebnis als PDF exportieren und hätte dann eine Layout-Datei, deren Textinhalte mit einer höheren Auflösung gedruckt würden als die Bilder. Das gilt allerdings nicht unbedingt für den heimischen Drucker. Dafür bräuchte es einen Postscript-fähigen Drucker. Leider sind Layout-Programme nicht mal so eben zu lernen, sondern durchaus ein bisschen komplexer. Sonst hätte ich Dir das schon gleich zu Anfang empfohlen. Ich glaube aber, dass Dir das dann zu kompliziert würde. Ansonsten, wenn Du sowas öfter machen willst und auf einem einigermaßen professionellen Niveau, und auch bereit bist die nötige Zeit und Mühe zu investieren um das zu lernen, würde ich Dir sehr empfehlen Dich auch mal intensiver mit Scribus zu beschäftigen, das ja auch freie Software ist. Und wenn Du auch grafische Arbeiten erstellen willst, also z.B. Logos oder flächige Illustrationen oder Strichzeichnungen, könnte ich Dir obendrein noch das freie Vektorgrafik-Programm Inkscape empfehlen, das auch relativ leicht zu lernen ist. Damit hättest Du dann die drei Säulen des Print-Grafikdesigns abgedeckt.

Geändert von ursa major (14.07.2019 um 18:12 Uhr)
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Alt 14.07.2019, 18:40   #3
lin
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Beiträge: 133
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hallo und guten Abend ursa_major,

vielen Dank für deine rasche und sehr detaillierte Antwort. Das erklärt doch einiges.

Zitat:
Zitat von ursa major Beitrag anzeigen
Hi lin!

Also beim Skalieren leidet die Qualität von Texten genauso wie die des restlichen Bildes, weil die Texte dabei gerendert und als Pixelebenen bearbeitet werden. Du kannst Texte aber mit der Schriftgröße-Funktion separat vergrößern oder verkleinern, wobei sie nicht gerendert werden und Textebenen bleiben. Zu klein sollte man Schriften aber in Bildbearbeitungsprogrammen grundsätzlich nicht machen. Schon gar nicht wenn sie vor Bilder gesetzt werden. Denn am Ende werden sie ja mit der gleichen Auflösung gerendert wie das restliche Bild und haben dann nicht die optimale Schärfe, ,,
Das leuchtet ein - aber wenn ich vergleiche wie die von mir erziehlten Ergenbisse von Einfügen von Texten in das - mittlerweile hinlänglich bekannte Bild geworden sind - und wie z. B. dieses Bild dann doch viel viel besser wirkt - dann frage ich mich - wie er das gemacht hat.




https://www.nikon-fotografie.de/comm...755815&slide=0


denke er hat das Bild erstmal auf maximale Schirmgroesse vergroessert und dann da die Textwerkzeuge aufgerufen u. dann das eingesetzt - oder unterliege ich da einem Denkfehler..!?

'Es ist jedenfalls so - zumindest für meine Wahrnehmung dass er eine groessere Aufloesung der #Schrift erreicht u. die Schrift insges. viel schärfer wirkt.

Nebenbei gefragt: wie kann ich denn den Zeilenabstand noch verkleinern - gibt es denn ggf. in GIMP hier noch Formatierungwerkzeuge - vgl das Bild im Anhang. D a ist mir der Zeilenabstand zu groß...

Freu mich auf einen tipp.


viele Grüße Lin
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Alt 14.07.2019, 19:33   #4
ursa major
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Beiträge: 2.668
Standard

Ich bin nicht sicher ob ich Dich ganz richtig verstehe, aber dass der eingefügte Text so scharf wirkt, liegt sicher daran, dass er noch nicht gerendert ist, also noch in Vektordaten vorliegt. Es ist jetzt nicht so, dass der Text beim Rendern hammermäßig unscharf würde. So schlimm ist es wieder nicht. Und bei großen Texten ist es auch nicht unüblich sie im Bildbearbeitungsprogramm zu setzen. Wenn sie Bildeffekte wie z.B. plastische Effekte, Metalleffekte, Verläufe oder so enthalten sollen, muss man das mitunter sogar. Das können Layout-Programme nicht. Ansonsten empfiehlt es sich aber schon Texte und Bilder in Layout-Programmen zusammen zu führen.

Jedenfalls, wie ich schon früher mal sagte, spätestens wenn Du das fertige Bild mit Schrift exportierst (z.B. als JPEG, TIFF oder PNG) wird der Text gerendert und wird sich dann tendenziell nicht mehr so scharf vom Hintergrund abheben wie er es tat als er noch auf einer Textebene lag. Grundsätzlich sind Texte vor Bildern auch sowieso eine ein bisschen heikle Sache, weil komplexere Hintergründe und ungünstige Kontraste immer mehr oder weniger die Lesbarkeit beeinträchtigen. Das ist bei Deinen Hintergründen aber nicht ganz so gravierend, weil sie nicht zu komplex sind, also z.B. irgendwelche wilden Muster oder massenhaft Details enthalten. Du musst nur darauf achten, dass Deine Texte an jeder Stelle einen guten Kontrast zum Hintergrund haben. Beim Blau haben wir ja z.B. gesehen, dass das nicht hinhaute.

Zum Beurteilen des Bildes, insbesondere seiner Schärfe oder Pixeligkeit, empfiehlt es sich übrigens immer es mit dem Zoomfaktor 100% (also 1:1) zu betrachten. Man kann es dann mitunter nicht in Gänze sehen, aber nur so sind die Pixel des Bildes deckungsgleich mit denen des Bildschirms und geben einen zuverlässigen Eindruck wieder.

Zum Thema "Zeilenabstand": Die Funktion findest Du im Werkzeugfenster unten in den Werkzeugeinstellungen. Da sind unter den Funktionen zum "Ausrichten" des Textes drei weitere - für den "Einzug der ersten Zeile", "Zeilenabstand" und "Zeichenabstand". Diese Funktionen wirken sich global auf den gesamten Text einer Textebene aus. Funktionen, die sich auf einzelne Wörter oder sogar auf einzelne Zeichen auswirken, findest Du in dem kleinen Fenster, das immer über dem Text-Cursor erscheint, wenn Du mit dem Text-Tool auf einer Textebene arbeitest. Damit kannst Du z.B. einzelne Wörter umfärben, fett und/oder kursiv machen, Zeichenabstände ausgleichen usw.

Zu letzterem Punkt möchte ich auch noch etwas anmerken. Je nachdem wie anspruchsvoll man ist und wie professionell man es haben will, kann man Texte auch noch ausgleichen. Nicht alle Fonts auf dem Markt sind wirklich sorgfältig gestaltet, vor allem was die Zeichenabstände anbelangt. Professionelle Grafiker gleichen die Zeichenabstände daher oft aus um ein harmonisches, regelmäßiges, gut und angenehm lesbares Schriftbild zu erreichen. Solche Aspekte halten Laien oft gern für abgehobenen Quatsch, aber tatsächlich spielen bei Gestaltungsangelegenheiten unbewusste Faktoren - auch bei Leuten, die von Design nichts verstehen - eine große Rolle. Wenn Texte nicht angenehm zu lesen sind oder irgendwelche falschen Assoziationen hervorrufen, wird sich das nicht positiv auf die Werbewirkung des jeweiligen Prospekts, Plakats oder so auswirken. Gute Layout- und Schriftenverwaltungsprogramme haben deshalb Funktionen um ganz bestimmte Fonts individuell nach dem eigenen Gusto auszugleichen, was durchaus jeweils immer ein bisschen Arbeit ist, die sich aber lohnt, wenn man diese Fonts öfter benutzen will. In InDesign gibt es zudem die Möglichkeit Schriften alternativ zur normalen rein metrischen Ausrichtung, global mit einem Klick optisch auszugleichen, was sehr oft völlig ausreichend ist.

Das ist ein durchaus etwas komplexeres Thema, und eine Sache für die man erstmal ein Auge und Gefühl entwickeln muss. Ich erwähne das auch nur, weil mir bei Deinen Texten aufgefallen ist, dass da teils Buchstaben zusammenstoßen, was nicht so gut ist. Das Problem ist ja, dass Buchstaben von sich aus schon sehr unterschiedlich geformt sind und entsprechend, je nach aufeinanderfolgenden Buchstabenkombinationen, optische Löcher oder Verschmelzungen entstehen konnen. Um das mal mit besonders offensichtlichen Beispielen zu illustrieren: Wenn einem großen "L" ein großes "A" folgt, ergibt sich zwischen den beiden Buchstaben zwangsläufig ein relativ großes optisches Loch. Wenn hingegen einem großen "N" ein großes "E" folgt, wirken die Buchstaben bei gleichem Zeichenabstand viel gedrängter. Das ist auch einer der Gründe warum man nur in Ausnahmefällen Texte in Großbuchstaben setzen sollte, was ja ohnehin eine Form der Auszeichnung eines Textes ist, und seine Wirkung verspielt, wenn davon zu inflationär Gebrauch gemacht wird. Grundsätzlich besteht diese Problematik aber natürlich auch bei Kleinbuchstaben, wenn auch nicht so gravierend. Um ein harmonischeres Schriftbild zu erreichen kann man nun die "Unterschneidung" bzw. den "Zeichenabstand" entsprechend anpassen, z.B. indem man ein großes "A" ein wenig näher an das nachfolgende große "T" heranrückt, sodass es zum Teil vielleicht sogar schon bis unter den waagerechten Strich des "T" reicht. Man sollte das auch nicht übertreiben, zum Teil sind da auch natürliche Grenzen gesetzt (z.B. bei der Aufeianderfolge von großem "L" und "A"), aber so ein bisschen darauf achten, dass die Zeichenabstände gleichmäßig wirken ist schon hilfreich.

Tut mir leid, wenn es jetzt scheinbar etwas ausartet. Du musst auch nicht alles beherzigen. Es ist natürlich letztlich immer auch eine Frage der persönlichen Ansprüche und Prioritäten.
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