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Alt 23.12.2007, 14:44   #1
lumpi
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Registriert seit: 16.08.2006
Beiträge: 965
Blinzeln Lumpis moderen Weihnachtsgeschichte

Wenn ich nicht grade mit Gimp beschäftigt bin, schreibe ich für mein kleines Forum Geschichten, Märchen und Gedichte. In diesem Jahr habe ich mir die Weihnachtsgeschichte vorgenommen und sie für den Weihnachtskalender unseres Forums etwas aufgepeppt.
Falls Ihr Zeit und Muße habt, könnt Ihr Euch diese Geschichte durchlesen. Vielleicht gefällt sie euch.


****
Vor langer, langer Zeit gab es ein gewaltiges Reich, dessen Hauptstadt Rom war. Kanzler dieses Reiches war eine Mann Namens Augustus. Heute haben die Bundeskanzler einfachere Namen. Sie heißen, Kohl, Schröder oder Merkel, aber damals herrschten andere Sitten. In Wirklichkeit heiß jener Kanzler auch gar nicht Augustus, sondern Gaius Octavius, aber das interessiert heute eigentlich niemanden mehr so wirklich.
Gegenüber den heutigen Staatsoberhäuptern hatte Augustus einen gewaltigen Vorteil: Er war Kanzler auf Lebenszeit und brauchte sich daher keine Sorgen um die Wiederwahl zu machen. Daher hatte er es auch nicht nötig, anderen Herrschern in den verlängerten Rücken zu kriechen, um sich nach seiner Amtszeit lukrative Posten bei russischen Erdgaskonzernen zu sichern. Trotzdem hatte Augustus ein Problem, und damit unterscheidet er sich nicht von den heutigen Regierungen. Augustus brauchte dringend Geld! Zwar hatte er vor Jahren schon einmal die Mehrwertsteuer erhöht, trotzdem bleiben die Haushaltskassen leer.
Aus diesem Grund beschloss Kanzler Augustus eine Volkszählung zu veranlassen. Er wollte genau wissen, wie viele Einwohner es in seinem Reich gab, und was ein jeder verdiente. Mit Hilfe dieser Volkszählung wollte Augustus dann neue Steuern festlegen. Heutzutage würde die Datenschützer im Karree springen und unter Berufung des Grundgesetzes zum Bundesverfassungsgericht rennen, aber damals gab es weder Datenschützer, noch Grundgesetz. Damals gab es nicht einmal eine Opposition! Diese wurde bereits von Augustus Onkel, einen Typen Namens Cäsar abgeschafft. Augustus war der alleinige Kanzler und niemand wagte es, ihn in die Suppe zu spucken. Daher brauchte er auch nicht irgendwelche fadenscheinige Ausflüchte in ominöse terroristische Bedrohungen zu suchen, sondern konnte das „Gesetz über die Vorratsdatenspeicherung“ ungehindert erlassen.
Dieses Gesetz besagte, dass ein jeder Bürger des römischen Reiches sein zuständigen Einwohnermeldeamt aufsuchen sollte, um dort einen Reisepass mit biometrischen Daten zu beantragen.


Zur damaligen Zeit gab es ein Bundesland mit dem Namen Judäa. Dieses Land war bettelarm und lag auch ziemlich weit weg vom Schuss. Außerdem tickten dort die Uhren auch ein klein wenig anders, als im Rest der Welt. Böse Zungen nannten dieses Judäa daher auch das „Mecklenburg-Vorpommern des Römischen Reiches“. Ministerpräsident dieses Bundeslandes war ein gewisser Quirinius, und wie viele Ministerpräsidenten heutzutage, spielte dieser Typ eigentlich keine große Rolle. Daher können wir ihn getrost auch wieder vergessen.


In jenem Judäa lebte in der kreisfreien Stadt Nazaret ein arbeitsloser Zimmermann mit dem Namen Josef von Galiläa. Dieser Mann hatte zwar eine Menge blaues Blut in den Adern, war jedoch bettelarm. In heutigen Zeiten hätte er sicherlich seinen Adelstitel verkauft, aber damals gab es noch keine ominösen Konsuls. Trotzdem hatte dieser Josef standesgemäß geheiratet. Seine Frau hieß Maria und konnte auf einen ebenso langen blaublütigen Stammbaum zurückblicken. Man munkelte sogar, dass die Beiden von irgendwelchen Königen abstammen, deren bleiche Knochen irgendwo vermoderten. Aber auch das interessiert heutzutage niemanden, außer vielleicht der ambitionierten „Brigitte-Leserin“.
Kurze Zeit vor unserer Geschichte hatte es in Judäa eine Gebietsreform gegeben, die, wie alle Reformen, alles vereinfachen sollte, die Dinge in Wirklichkeit aber nur noch komplizierter machte. Auch hier gibt es keinen Unterschied zu heute. So ist es eigentlich nicht verwunderlich, dass die Behördenwege immer länger wurden und daher nicht das Einwohnermeldeamt in Nazaret sondern das Einwohnermeldeamt in Betlehem für Josefs Familie zuständig war. Das muss man nicht wirklich verstehen...
Betlehem war ein kleines Kuhkaff, welches einige Kilometer von Nazaret entfernt war.


Damals war alles anders: Es gab keine Autos und auch die Bahn konnte nicht streiken, weil es sie nämlich noch gar nicht gab. Die Menschen lebten damals den Traum so manchen grünen Politikers. Es gab keinen Feinstaub, keine Kohlendioxidemission und wenn es vielleicht schon damals die globale Erwärmung gab, so hat sich kein Mensch dafür interessiert. Außerdem gab es keine Chemie! Die Leute lebten zwar nicht so lange und nicht so glücklich wie wir heute, aber von diesem Argument lässt sich einen eingefleischter „Zurück-zur-Natur-Grüner“ ja nicht beeinflussen.
So musste Josef den ganzen weiten Weg nach Betlehem zu Fuß absolvieren. Da Maria jedoch hochschwanger war, kaufte er ihr einen Esel. Diesen fand er bei einem Gebraucht-Esel-Händler. Zwar hatte der Esel schon eine ganze Menge Kilometer auf dem Tacho und auch der TÜV lief nächsten Monat ab, dafür war das Tier jedoch billig und bis Betlehem würde es schon durchhalten.
Nach einigen Tagen kamen Maria und Josef schließlich in Betlehem an. Einige Historiker behaupten, dass es in der Weihnachtszeit gewesen ist, aber so genau lässt sich das heutzutage nicht mehr feststellen. Wenn auch das genaue Datum unbekannt ist, so kann man mit einiger Sicherheit den Wochentag und die Tageszeit bestimmen: Es war an einem Freitag und es war nach 13.00 Uhr! Das Einwohnermeldeamt hatten nämlich schon geschlossen und warum soll es damals bei den Behörden anders gewesen sein als heutzutage?
So stand Josef also vor verschlossenen Türen und ihm blieb nichts weiter übrig, als das Wochenende in diesem Kuhkaff zu verbringen. Da jedoch fast seine ganzen Ersparnisse für den Gebraucht-Esel draufgegangen waren und er auch noch die Verwaltungsgebühren für den neuen Reisepass aufbringen musste, war er fast pleite. Daher konnte er auch nicht im städtischen „Kempinski“ einkehren, sondern musste sich mit einem kleinen Stall am Dorfrand zufrieden geben. Dort gebar Maria in der Nacht einen gesunden Sohn.


In der selben Nacht waren unweit des Dorfes einige Hirten bei ihren Herden. Diese Männer waren noch schlechter bezahlt als die Mitarbeiter des privaten Briefzustelldienstes eines gewissen Springer-Konzerns. Es ist daher auch nicht verwunderlich, dass die armen Kerle Nachtschichten schieben mussten, um einigermaßen über die Runden zu kommen. Die Nacht war bitter kalt, und um sich ein wenig zu erwärmen, tranken die Hirten billigen Schnaps und rauchten minderwertiges Gras. Ob es nun am billigen Fusel oder an der schlechten Qualität des Krautes lag, lässt sich heute nicht mehr so genau feststellen. Auf jedem Fall erschien ihnen ein Engel, der sprach: „Fürchtet euch nicht! Siehe, ich verkünde euch große Freude, die allem Volk widerfahren wird; denn heute ist der Heiland geboren, welcher ist Christus der Herr, in der Stadt Davids.“
Damals drückten sich die Leute und auch die Engel etwas schwülstig aus. In Neudeutsch ließe sich diese Rede am wahrscheinlich so übersetzen:
„Eh, ihr Looser! Ihr braucht nicht solche Fear zu haben. I´m hier aufgeschlagen, to tell you, that ihr dammed Motherfucker ziemlich viel Pork habt. Tonight hat so eine pregnant Bride einen Sohn zur Welt bornd. Und mit diesem Child werdet ihr noch euer blue Wonder erleben!“
Anfangs schenkten die Hirten dieser Prophezeiung keine Beachtung, sondern hielten sie für einen schlechten Traum. Doch irgendwann in den frühen Morgenstunden ging ihnen der Schnaps aus und sie machten sich daher gemeinsam auf den Weg nach Betlehem, um sich Nachschub aus der Tanke zu holen. Da sie schon ziemlich betrunken und zugekifft waren, verirrten sie sich prompt und trafen im Stall ein, indem Maria und Josef nächtigten.


Maria hatte sich von den Strapazen der Geburt erholt und schlief mit ihrem Neugeborenen im Arm friedlich in der Krippe. Josef eilte den Männern entgegen und forderte sie auf, sich still zu verhalten, damit seine Frau und das Baby nicht geweckt würden. Aber es war bereits zu spät: Die Trunkenbolde verbreiteten so einen Lärm, dass Maria erwachte. Sie blickte sich verwundert um, als eine Horde betrunkener Kerle in die Krippe stürmte und beim Anblick des Neugeborenen erstarrten, als wären sie gegen eine Wand gelaufen. Die Männer verstummt und wurden schlagartig nüchtern. Dann fielen sie vor Maria und dem Kind auf die Knie und verkündeten, was der Engel zu ihnen gesagt hatte.


Auch wenn es sich heute wie die Halluzinationen betrunkener Drogenabhängiger anhört, so zweifelte damals keiner der Anwesenden an die Wahrheit dieser Prophezeiung. Maria, Josef und auch die Schäfer wussten tief in ihrem Herzen, dass dieser neugeborene Knabe eines Tages die Welt verändern würde....


Auch wenn es heutzutage nicht mehr „in ist“, an irgendetwas zu glauben, so gibt doch keinen, dem diese uralte Geschichte gänzlich unberührt lässt. Ich wünsche Euch ein friedliches Weihnachtsfest und verabschiede mich mit einem Gruß, der bei vielen auch nur ein müdes mitleidiges Lächeln hervorruft:


Gott schütze Euch!


lumpi

****


PS:
Ich habe die Geschichte noch nicht auf Rechtschreibung überprüft.
__________________
"Ich bin für die Todesstrafe. Wer schreckliche Dinge getan hat, muss eine angemessene Strafe bekommen. So lernt er seine Lektion für das nächste Mal."

Britney Spears
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