Ebene

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Ebene
Basisdaten
Autor: Lumpi
Getestete Versionen: 2.4.x
Kategorie: Grundlagen
Schwierigkeitsgrad: Bild:Tutorial_easy.png

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

Jedes (vernünftige) Bildbearbeitungsprogramm basiert auf dem Arbeiten mit verschiedenen Ebenen. Was dies bedeutet, wie es funktioniert und was damit alles machbar ist, soll anhand mehrerer kleiner Beispiele erläutert werden.

Was sind Ebenen?

Diese Frage lässt sich am besten an einem kleinen Beispiel erklären.

Wir erstellen uns ein neues Bild mit den Maßen 500 x 500 Pixel und setzen Weiß als Füllung. Dafür gehen wir im GIMP-Werkzeugfenster (1) auf Datei > Neu.

Wir bestätigen, woraufhin ein neues weißes Bild erscheint. Im Ebenendialog ist diese Ebene nun in Miniaturansicht unter der Bezeichnung "Hintergrund" sichtbar. Nun legen wir auf dieses Bild unsere erste neue durchsichtige Ebene. Dazu klicken wir wir im Ebenendialog mit der rechten Maustaste und wählen aus dem Menü die Option Neue Ebene. Als Ebenenfüllart wählen wir Transparenz und bestätigen wieder.

Im Bildfenster (3) ändert sich nichts, jedoch wird die neue Ebene im Ebenendialog als Miniaturansicht angezeigt. Man sieht sie unter der Bezeichnung "Neue Ebene". Zusätzlich befindet sich über ihr ein blauer Balken, der kennzeichnet, dass diese Ebene momentan aktiv ist. Das Augensymbol zeigt an, dass diese Ebene sichtbar ist.

Die Frage ist nun: Wenn die Ebene im Ebenendialog als sichtbar angezeigt wird, warum sehen wir dann nichts im Bildfenster? Die Antwort ist ganz einfach: Die Ebene ist transparent, also durchsichtig. Es ist genauso als wenn man eine durchsichtige Folie über ein Bild legt. Guckt man von oben darauf, sieht man nur das Bild, das darunter liegt. Erst in der Seitenansicht wird sichtbar, dass dort eine Folie über dem Bild liegt. Die Seitenansicht ist für uns der Ebenendialog.

Nun suchen wir das Werkzeug für die rechteckige Auswahl im Werkzeugfenster, klicken es an und gehen wieder in unser Bild. Zur Kontrolle noch ein Blick in den Ebenendialog, in dem der blaue Balken uns anzeigt, dass die neue, transparente Ebene aktiv ist. Wir ziehen nun mit der gedrückten linken Maustaste ein Rechteck in unserem Bildfenster. Sind wir mit der Größe zufrieden, lassen wir die Maustaste los und es erscheint eine gestrichelte Linie die sich bewegt - unsere Auswahl (Laufende Ameisen).

Nun wollen wir die Auswahl einfärben. Dazu nehmen wir uns das Füllen-Werkzeug und wählen uns eine rötliche Farbe aus. Anschließend klicken wir mit der Maus einmal ins Bildfenster. Nun ist unsere Auswahl gefüllt.

Im Menü des Bildfesnters wählen wir nun Auswahl > Nichts auswählen. Damit verschwinden die laufenden Ameisen und übrig bleibt ein rotes Rechteck. Dieses Rechteck liegt auf einer eigenen Ebene über dem weißen Hintergrund. Wir können es jetzt nach Belieben hin und her schieben. Dazu wählen wir das Verschieben-Werkzeug, überzeugen, dass die Ebene auch aktiv ist (blauer Balken), gehen mit der Maus ins Bild und schieben die Ebene mit gedrückter linker Maustaste hin und her.

Jetzt gehen wir einen Schritt weiter und erschaffen uns eine neue, transparente Ebene, die über der Rechteck-Ebene liegen soll. Dazu gehen wir wieder in den Ebenendialog, klicken mit der rechten Maustaste und wählen erneut die Option Neue Ebene. Wir setzen die Füllart wieder auf Transparenz und geben dieser Ebene gleich einen neuen Namen. Wir nennen sie "blau".

Wie oben beschrieben, erstellen wir auf dieser Ebene ein neues Rechteck, das wir mit blauer Farbe füllen.

Wenn wir uns jetzt den Ebenendialog betrachten, ist unser Bild folgendermaßen gestapelt:

Ganz unten liegt der weiße Hintergrund. Darüber liegt die rote Ebene und darüber die blaue Ebene. Rot und blau lassen sich nach Belieben ineinander verschieben, ohne dass die jeweilige andere Ebene davon in Mitleidenschaft gezogen wird (Um die rote Ebene wieder auszuwählen genügt ein Klick darauf).

Anwendungsbeispiele für Ebenen

Stapeln

In der Zwischenzeit habe ich mir eine neue Ebene erschaffen und sie "gelb" genannt. Wie das geht, ist oben bereits ausführlich beschrieben.

Momentan sieht unser Stapel wie folgt aus (von unten nach oben):

Hintergrund → Rot-Ebene → Blau-Ebene → Gelb-Ebene

Nun wollen wir jedoch die Reihenfolge verändern. Dazu setzen wir die Blau-Ebene aktiv (Mausklick – blauer Balken) und schieben sie mit den Pfeil-Buttons im Ebenendialog ganz nach oben. Unser Stapel sieht jetzt so aus:

Hintergrund → Rot-Ebene → Gelb-Eben → Blau-Ebene.

Gleichzeitig sehen wir, dass die Blau-Ebene nun die Gelb-Ebene überdeckt.

Auf diese Art und Weise lassen sich alle Ebenen „herum schupsen“ und es gilt immer, dass die jeweils oben liegende Ebene die jeweils darunterliegende(n) Ebene(n) überdeckt.

Deckkraft

Ich habe meine Ebenen nun etwas verschoben, sodass sie sich überlagern. Mein Stapel sieht folgendermaßen aus:

Hintergrund → Rot-Ebene → Gelb-Ebene → Blau-Ebene

Ich setze die Blau-Ebene aktiv und verändere mit dem Schieberegler die Deckkraft. Ich setze sie auf etwa 70 Prozent. Nun wird die Blau-Ebene durchscheinend. Man erkennt deutlich Teile der Gelb- und der Rot-Ebene, die durchscheinen.

So lässt sich bei allen Ebenen die Deckkraft verändern, die Ebenen verschieben und auch unterschiedlich anordnen.

Ausblenden

Mein Ebenenstapel sieht folgendermaßen aus:

Hintergrund → Gelb-Ebene → Blau-Ebene → Rot-Ebene

Aus irgendwelchen Gründen entscheide ich nun, dass die Blau-Ebene nicht mehr ins Bild passt. Daher blende ich sie kurzerhand aus. Dazu genügt ein Klick auf das Augensymbol und die Ebene wird unsichtbar. Mit einem erneuten Mausklick erscheint das Augensymbol erneut und die Ebene ist wieder sichtbar.

Modus

Ich kann nicht nur die Deckkraft der einzelnen Ebenen verändern, sondern auch die Ebenenmodi. Dazu setze ich eine beliebige Ebene aktiv und wähle im Ebenendialog zwischen den einzelnen Modi einen aus. Was die einzelnen Ebenenmodi bewirken kann im GIMP-Handbuch nachgelesen werden. Ich habe den Modus einmal auf "Multiplikation" gestellt.

Skalieren

Ich habe wieder mein Ausgangsbild:

Mein Ziel ist es nun, die Gelb-Ebene zu vergrößern, ohne dass die anderen Ebenen davon betroffen werden. Dazu setze ich die Gelb-Ebene aktiv und wähle das Skalieren-Werkzeug aus. Mit einem Klick im Bildfenster wird ein Gitter angezeigt (sofern das in den Werkzeugeisntellungen eingestellt ist - auch ohne Gitter skalierbar). Ich ziehe dieses Gitter nun soweit hin und her, bis ich mit der Größe der Gelb-Ebene zufrieden bin. Im Skalieren-Dialog (Achtung, er verschwindet während des Skalierens in die Taskleiste) bestätige ich den Vorgang.

Hat alles geklappt, sieht mein Bild nun in etwa so aus.

So kann ich mit jeder Ebene verfahren und sie skalieren, ohne das die anderen Ebenen in Mitleidenschaft gezogen werden.

Verankern

Zwischen dem Augensymbol und der Miniaturansicht im Ebenendialog ist ein kleines Kästchen. Klicke ich es an, so erscheint dort ein Ketten-Symbol. Mit Hilfe dieser Kette, kann ich einzelne Ebenen miteinander verankern.

In meinem Beispiel sind die Blau-Ebene und die Gelb-Eben miteinander verbunden.

Wenn ich jetzt eine der Ebenen bewege, dann bewegt sich die jeweils andere Ebene automatisch mit, während die unverkettete Ebene in ihrer Lage bleibt.

Mit einem erneuten Klick auf das Kettensymbol verschwindet dieses und die Verbindung zwischen den Ebenen ist gelöst.

Löschen / Zusammenfügen

Um eine Ebene zu löschen, setze ich sie aktiv und klicke im Ebenendialog das Symbol für den Papierkorb an.

Nun will ich die Gelb-Ebene und die Rot-Ebene zusammenfügen. Dazu blende ich zuerst einmal die Blau-Ebene aus.

Mit einem Rechtsklick öffne ich das Menü im Ebenendialog und klicke auf Sichtbare Ebenen vereinen.

Nun haben sich Hintergrund-Ebene, Rot-Ebene und Gelb-Ebene miteinander verbunden, während die Blau-Ebene separat geblieben ist. Auf diese Art und Weise kann ich mein Bild Stück für Stück zusammenfügen.

Persönliche Werkzeuge