Vergolden Methode 2

Aus GIMPForum

Wechseln zu: Navigation, Suche
Vergolden Methode 2
Basisdaten
Autor: Spiderseppel
Getestete Versionen: 2.4.6
2.5.4
Kategorie: Bildbearbeitung
Schwierigkeitsgrad: Bild:Tutorial_medium.png

Dies hier soll eine weitere Methode darstellen, wie man Gegenstände und Personen vergoldet. Die erste Methode ist hier zu finden. Für dieses Tutorial wird vorausgesetzt, dass "Gimp" kein Fremdwort ist (genauso wie "Ebenen", "Weichzeichnen", "Farbkurven" und andere Begriffe aus dem Grundsortiment eines fortgeschrittenen Gimpers). Zudem ist es von Vorteil, wenn man dieses Tutorial schon einmal nachgearbeitet hat und schon eine Ahnung hat warum diese Technik funktioniert. Ich werde jedoch versuchen noch näher auf diese Technik einzugehen, da sie das zentrale Element bei dieser Methode ist. Die Idee zu dieser Methode ist mir gekommen, als ich gefragt wurde, ob ich nicht einer goldenen Buddhastatue ein anderes Gesicht verpassen könne. Um ein realistisches Ergebnis zu erzielen war es notwendig, dass die verschiedenen hellen und dunklen Farbtöne des neuen Gesichtes mit den entsprechenden Goldtönen der Statue übereinstimmten. Da ist mir die oben genannte Technik eingefallen, mit der dies möglich war. Nach einigem Probieren bin ich zu einem erstaunlich guten Ergebnis gekommen.

Inhaltsverzeichnis

Die Methode

Die Buddhastatue, die ich verwendet hatte, nehme ich auch für dieses Tutorial als Referenz. Von ihr holen wir uns die Farbwerte für das Gold. Zu finden ist das Bild über die Google-Bildersuche (Stichwort: Buddha) oder direkt hier (Stand: August 2008). Als zu vergoldendes Objekt habe ich mich für diese Erdbeere entschieden:

Ausgangs-Erdbeere (Quelle:http://www.sxc.hu/photo/1022927)

Objekt freistellen und entsättigen

Zuerst verdoppeln wir die Ebene mit der Erdbeere und stellen auf der obersten Ebene die Erdbeere frei. Wie das geschieht ist jedem selbst überlassen. Ich arbeite immer mit einer Ebenenmaske, da man mit ihr auch nachträglich fehlende Teile wieder herstellen kann. Außerdem können Übergänge weichgezeichnet werden. Danach wird Entsättigt mit der Grauwertbestimmung "Durchschnitt".

Freigestellte, graue Erdbeere

Die Theorie

Die Graustufen werden in Farben umgewandelt

Bis hier hin ist noch alles normal. Jetzt geht es jedoch daran die Erdbeere zu vergolden. Dazu müssen wir den verschiedenen Grautönen bzw. Helligkeitsstufen entsprechend helle Goldtöne zuordnen. Dies erreichen wir über den Kurvendialog mit dem wir uns Punkte auf der Erdbeere suchen und in den einzelnen Kanälen die RGB-Werte für das Gold einstellen. Diese Technik habe ich mir, wie oben schon gesagt, von diesem Tutorial abgeschaut. Dort wird es zwar für einen etwas anderen Zweck verwendet aber das Vorgehen ist das Selbe (Vielen Dank an TheGrudge für das tolle Tutorial).

Farbwerte für Gold bestimmen

Jetzt brauchen wir die Buddhastatue und suchen uns vier Referenzpunkte von denen wir uns die RGB-Werte notieren. Im Gegensatz zu TheGrudges Tutorial benötigen wir mehr als zwei Werte, da unsere Gold von einem Weiß bis Hellgelb über ein Gelb zu einem Braun-Orange und hin zu einem dunklen Braun bis fast Schwarz geht. Das macht also insgesamt vier Punkte (Hellgelb, Gelb, Braun-Orange und Dunkelbraun).

Referenzpunkte

Ich habe mir folgende RGB-Werte notiert:

Hellgelb 255, 255, 200
Gelb 250, 250, 90
Braun-Orange 220, 165, 26
Dunkelbraun 68, 25, 8

Vergolden mit dem Kurvendialog

Nun öffnen wir den Kurvendialog für unsere graue Erdbeere und schieben das Fenster neben unser Bild, um besser arbeiten zu können. Wenn wir jetzt mit dem Mauszeiger über unser Bild fahren, ändert er sich zu einer Pipette, mit der wir durch einfaches Klicken Punkte auf unserem Bild auswählen können. Der Wert eines ausgewählten Punktes wir im Diagramm als vertikale Linie angezeigt, entlang derer wir die Kurve für den roten, grünen und blauen Kanal verschieben werden. Dabei kann man sich an dem oben links im Diagramm angezeigten y-Wert orientieren, der dem eben notierten Rot-, Grün- bzw. Blau-Wert entsprechen muss. Dazu brauchen wir jedoch erst einmal die Vergleichspunkte auf der grauen Erdbeere, die von der Helligkeit mit den Goldtönen vergleichbar sind. Am einfachsten findet man für Hellgelb und Dunkelbraun solche Vergleichspunkte. Dunkelbraun entspricht einem sehr dunklen Grau. Also sucht man am besten in den schattigen Regionen. Für Hellgelb nehmen wir einen fast weißen Punkt, also suchten wir bei Glanzstellen. Aber Achtung: Du solltest NICHT Punkte suchen, die komplett Schwarz oder Weiß sind. Diese Stellen bleiben auch nach dem Vergolden Schwarz bzw. Weiß und das Ergebnis sieht besser und realistischer aus, wenn zum Beispiel die Glanzstellen auch wirklich noch glänzen. Also ist es am Besten (besonders für Hellgelb) an den Rändern heller Glanzstellen zu suchen oder die Glanzstellen, die weniger stark als andere scheinen, zu nehmen. Für Gelb und Orange nehmen wir Punkte, die von der Helligkeit zwischen den anderen beiden Tönen liegen. Für Gelb sollte der Vergleichspunkt heller sein als Orange aber die genauen Werte sind von Bild zu Bild unterschiedlich. Deshalb sollte man am Besten mit den Punkten und Kurven ein wenig rumspielen, bis das Ergebnis gut ist. Das hier sind die Punkte die ich genommen habe:

Vergleichspunkte (für sehr hell habe ich die gezeigten Glanzstellen verwendet)

Und so sehen die einzelnen Kanäle nach der Bearbeitung aus:

RGB-Kanäle

Und natürlich die Erdbeere selber:

Vorläufige, goldene Erdbeere

Mehr Kontrast

Für meinen Geschmack ist sie noch ein bisschen blass. Das kann man durch das übliche Verstellen des Kontrastes beheben oder man erzeugt noch beim Vergolden im Kanal "Wert" des Kurvendialogs eine leichte S-Kurve:

S-Kurve im "Werte"-Kanal

Als dritte Möglichkeit kann man auch eine weitere graue, freigestellte Erdbeere über die anderen Ebenen legen und als Modus "Überlagern" nehmen (Tipp: Am Anfang die graue Erdbeeren-Ebene duplizieren). Alle drei Möglichkeiten haben ein wenig abweichende Ergebnisse. Man muss also mal wieder rumprobieren.

Ergebnis

Das ist mein Ergebnis:

Ergebnis: lecker

Weitere Tipps

Wem das mühselige Zurechtklicken der Kurven auf Dauer zu blöde wird, kann die fertigen Kurven im Kurvendialog speichern und somit bei späteren Bildern wieder öffnen (ab 2.5 findet man die Schaltflächen durch einen Klick auf das kleine, rechteckige Symbol mit dem Dreieck oben rechts). Dabei ist dann aber zu beachten, dass das Objekt nicht zu dunkel oder zu hell ist. In dem Fall muss man vorher die Helligkeit und eventuell auch den Kontrast anpassen. Durch kleine Verbesserungen an den Kurven kann das Ergebnis ebenfalls besser ausfallen. Und wem beim Vergolden die Glanzstellen fehlen kann meistens ganz einfach im Blau-Kanal die Kurve rechts etwas erhöhen (mit dem Punkt für das Hellgelb).

Beispiele

Hier sind ein paar Beispiele für vergoldete Objekte:

Die Statue von diesem Tutorial zum vergleichen der beiden Methoden.
Auch Menschen können vergoldet werden (Original)
Eine goldene Tomate mit hinzugefügten Reflexionen (Original)


Viel Spaß beim Nachbauen!

Persönliche Werkzeuge