Wischtechnik (Smudge-Painting) II
Aus GIMPForum
| Wischtechnik (Smudge-Painting)II | |
| Basisdaten | |
| Autor: | Lumpi |
| Getestete Versionen: | 2.4.3 |
| Kategorie: | Bildbearbeitung |
| Schwierigkeitsgrad: | |
Inhaltsverzeichnis |
Ausgangsbilder
Ausgangsbild ist das Foto des Schweriner Schlosses, dass ich unter CC3-Lizenz (Creative Commons Attribution-Noncommercial 3.0) zur freien Verfügung stelle.
Das zweite Ausgangsbild ist einer freien Textur, die ich mir aus dem Netz heruntergeladen habe.
Vorbereitungen
Foto ausrichten und zuschneiden
Wir öffnen das Foto und schneiden es so zu, dass das Schloss vertikal ungefähr zentral in der Bildmitte liegt.
Malgrund erstellen
Unter dem Foto (Wisch-Ebene) erstellen wir eine neue, transparente Ebene, benennen sie „Malgrund“ und füllen sie mit einem hellen Blau (d5e0f1). Danach fügen wir die Textur als neue Ebene in das Bild ein.
Mit dem Skalierwerkzeug bringen wir die Textur-Ebene auf Größe der Bildebene.
Wir blenden die Textur- und die Wisch-Ebene aus, aktivieren die Malgrund-Ebene und wenden auf dieser den Bump-Map-Filter an. Die Bumpmap-Ebene ist die Textur-Ebene und die Einstellung für die Tiefe ändern wir auf den Wert 1.
Filter
Wir aktivieren die Wisch-Ebene und wenden auf ihr den Filter „Unscharf maskieren“ an. Als Einstellungen wählen wir die Voreinstellungen von GIMP.
Anschließend wenden wir den Filter „Ölgemälde“ an und verwenden ebenfalls die GIMP-Voreinstellungen.
Nun wenden wir den Filter „Farbe zur Transparenz“ an und setzen Weiß zur Transparenz.
Nach Anwendung dieses Filters scheint die Textur der Malgrund-Ebene durch die hellen Bereiche des Bildes.
Wischen
Wie bei einem Aquarell ist die Farbe Weiß in unserem Bild nicht mehr vorhanden. Sie wurde durch den darunter liegenden Malgrund ersetzt. In allen, ursprünglich weißen Bereichen schimmert der Malgrund zu 100 % durch. Alle anderen Farbtöne sind in Abhängigkeit ihrer Helligkeit teilweise transparent. Je heller ein Farbton, desto stärker schimmert der Malgrund durch. Je dunkler ein Farbton, umso stärker überdeckt er den Malgrund.
Durch das Verwischen soll folgender Effekt erzielt werden: In einigen Bereichen wird die Farbschicht weggewischt so dass der Malgrund stärker hervortritt und diese Bereiche heller wirken. In anderen Bereichen wird die Farbschicht übereinander gewischt, so dass der Malgrund stärker überdeckt wird und diese Bereiche im Bild dunkler und damit auch kräftiger wirken.
Das Verwischen erfordert einige Übung und Experimentierfreudigkeit. Aus diesem Grunde empfiehlt es sich, dass Bild so oft wie möglich zwischenzuspeichern und- oder die Wisch-Ebene zu duplizieren und bestimmte Techniken zuerst am Duplikat auszuprobieren. Je kleiner und weicher die Pinselspitze beim Verwischen, umso detaillierter werden die Strukturen herausgearbeitet und das Gesamtbild wirkt filigraner und „echter“. Je größer und härter die Pinselspitze, desto gröber die Strukturen und das Bild wirkt in der Gesamtheit abstrakter. Um das Bild „gemalt“ aussehen zu lassen, ist es wichtig, den richtigen Kompromiss zu finden. Aus diesem Grunde habe ich mich für eine harte Pinselspitze mit dem Durchmesser 11 entschieden. Die Deckkraft des Pinsel belasse ich auf 100 %. Im Umgang mit dem Grafiktablett versierte Nutzer werden wahrscheinlich auch hiermit besser zurechtkommen. Aber auch mit der Computermaus lassen sich beachtliche Ergebnisse erzielen.
Himmel verwischen
Der Himmel besteht in diesem Bild aus sehr hellen Farben. Das bedeutet, die Farbschichten des Himmels überdecken den Malgrund weniger intensiv. Daher ist beim Verwischen des Himmels etwas Vorsicht geboten, um nicht die Farbschichten ganz wegzuwischen. Das Ergebnis wäre in diesem Fall ein fahler Himmel ohne Wolkenstrukturen. Daher belasse ich die blauen Bereiche des Himmels und verwische nur die einzelnen hellen Wolken. Hierbei benutze ich große, kreisförmige Bewegungen, die der Wolkenstruktur angepasst sind.
Spiegelung im Wasser
Anders als beim Himmel verwischen wir die Bereiche des Sees mit den Spiegelungen des Schlosses in waagerechten, der Wellenstruktur des Sees angepassten Pinselstrichen.
Schloss
Mauern
Das Schloss besteht zum überwiegenden Teil aus hellen Farben. Das bedeutet, dass die Farbschichten nur sehr dünn über den Malgrund liegen. Die Gefahr, diese Schichten zur Gänze aus den Bereichen auszuwischen, ist daher sehr groß. Aus diesem Grunde ist es erforderlich, die Wischebene zu duplizieren und auf dem Duplikat zu experimentieren und Ergebnis so oft wie möglich zwischenzuspeichern. Die Wischrichtung richtet sich nach den Gegebenheiten der Gebäudestruktur.
Fenster
Nachdem die hellen Mauern fertiggestellt sind, beginnen wir mit dem Verwischen der dunklen Fensterbereiche.
Übergänge zum Himmel
Die Übergänge Schloss-Himmel sollten so exakt und scharf wie möglich herausgestellt werden. Zwischenspeichern und Arbeiten auf Kopien ist hier ein unbedingtes Muss!
Bäume und Sträucher
Bei den Bäumen und Sträuchern ist es erforderlich „von hinten nach vorne“ zu arbeiten. Das bedeutet, dass die Bäume, die am weitesten hinten stehen zuerst bearbeitet werden. Die Bäume die, die am weitesten im Vordergrund stehen werden zuletzt verwischt.
Selbiges gilt auch für die Bereiche, in denen die Bäume das Schloss verdecken. Zuerst das Schloss und dann die Bäume. Dadurch bekommt das Bild seine Räumlichkeit und wirkt nicht so flächig.
Die Wischrichtung wird der Struktur der Pflanzen angepasst.
Zwischen dem Ufer und den Pflanzen muss eine klare Trennung erfolgen.
Filter
Nachdem das Bild vollständig verwischt ist, wenden wir zuerst den „Unscharf-Maskieren-Filter“ und danach noch einmal den Ölgemäldefilter an. Auch hier übernehmen wir die Filtereinstellungen von GIMP.
Bild ausblenden
Wir legen eine weiße Ebenenmaske über die Wisch-Ebene und ziehen anschließend eine elliptische Auswahl hinein.
Wir invertieren die Auswahl und füllen sie mit schwarzer Farbe. Anschließend heben wir die Auswahl auf. Zum Schluss zeichnen wir die Ebenenmaske mit dem Gaußschen Weichzeichner bei einem Radius von 500 Pixeln weich. Bei Bedarf können wir diese Ebenenmaske noch mit der Sprühpistole und großer Pinselspitze nachbearbeiten.
Hilfe und Fragen
Fragen zu diesem Tutorial können im GIMP-Forum gestellt werden. Dort erhaltet ihr auch Hilfe.
